Was ist rassismuskritische Mädchen*arbeit?
Rassismuskritische Mädchen*arbeit ist die Sensibilisierung und machtkritische Auseinandersetzung mit Rassismus als Teil der Mädchen*arbeit.
Genauer bedeutet das, die eigene Betroffenheit oder nicht-Betroffenheit von Rassismus zu reflektieren und sensibilisiert zu sein für die Lebensrealitäten von Mädchen*, die von Rassismus betroffen sind. Es bedeutet auch, sich für und mit Mädchen* mit Rassismuserfahrungen stark zu machen, ihnen Räume zum Austausch und zum Empowerment zu bieten und ihre Bedarfe auch auf jugendpolitischer Ebene (z.B. über Gremien oder im Austausch mit Verwaltung und Politik) zu vertreten.
Es gibt verschiedene Formen von Rassismus:
- Anti-Schwarzer Rassismus
- Antimuslimischer Rassismus
- Antiziganismus
- Antiasiatischen Rassismus
- Antislawischen Rassismus
Rassismuserfahrungen verlaufen nicht immer ähnlich, da jede Diskriminierungsform eine eigene (regionale) Historie mit sich bringt und welche Menschen aufgrund dessen wie eingruppiert worden sind und entsprechend Diskriminierung erleben. Teilweise gibt es auch unterschiedliche Erfahrungen innerhalb der Formen, z.B. durch Colourism bei anti-Schwarzem Rassismus (eine light skinned Person macht andere Rassismuserfahrungen als eine dark skinned Person). Menschen können auch mehrere Rassismusformen gleichzeitig erleben.
Auch wenn Antisemitismus keine Rassismusform ist, ist es wichtig, ihn an der Stelle zu nennen und sich damit auseinanderzusetzen.
Mädchen*, die Rassismus erleben aka rassifizierte Menschen, die Sexismus erleben: In der (intersektionalen) Mädchen*arbeit spielt auch die Verschränkung Rassismus x Gender eine Rolle. Menschen, die rassifiziert und weiblich sozialisiert sind, sind anderen Formen von Diskriminierung ausgesetzt als Menschen, die rassifiziert und männlich sozialisiert sind.