Allgemein
Was rassismuskritische Mädchen*arbeit konkret ausmacht
Um mit rassismuskritischer Mädchen*arbeit zu beginnen, können konkrete Impulse helfen. Rassismuskritisches Arbeiten sollte immer auf allen Ebenen passieren, sowohl in der Arbeit mit Mädchen* selbst, aber auch im Team und beim Träger.
IN DER ARBEIT MIT MÄDCHEN*
- Räume für Mädchen* in der Einrichtung zu schaffen, um über ihre Rassismuserfahrungen offen sprechen zu können und sie dabei zu begleiten
- Zuhören
- Darüber sprechen, dass nicht sie persönlich das Problem sind, sondern sie von Diskriminierung betroffen sind & sie auf ihren jeweiligen Wissensständen abholen
- Über Begriffe sprechen: Rassismus, antimuslimischer Rassismus, Intersektionalität und die Verschränkung von Rassismus und Gender
- Weitere Anlaufstellen kennen (je nach Region vor Ort oder online) und sie bspw. dazu zu begleiten
- Räume schaffen, in welchen Mädchen* mit ähnlichen Erfahrungen zu Rassismus miteinander ins Gespräch kommen können
IM TEAM
- Bestenfalls sind auch Fachkräfte mit entsprechenden Erfahrungen im Team
- Ob selbst betroffen oder nicht, kann die Sensibilisierung im Hinblick auf Privilegien und Benachteiligung zu tiefgreifenden Veränderungen auf Sichtweisen und Haltungen führen, die die eigene pädagogische Haltung und Methodik prägen.
- Das Thema Rassismus kann zusammenbringen und auch zu Differenzen führen. Dabei hängt es von der Teamstruktur und der dahinterliegenden Haltung ab, ob diesbezügliche Differenzen im Team als verschiedene Lebensrealitäten anerkannt werden und damit verbundene Differenzen in Bezug auf Privilegien und Benachteiligungen ausgehalten werden können.
IM TRÄGER
Anbei ein paar Fragen, die sich auf Unterstützungsmöglichkeiten des Trägers beziehen:
- Was bietet der Träger in Bezug auf rassismuskritische Mädchen*arbeit? Was brauchen wir als Einrichtung/Projekt noch?
- Hilfreich wäre bspw. die Finanzierung einer rassismuskritischen Prozessbegleitung für die Einrichtung
- Gibt es Austauschformate für Fachkräfte im Träger?
- Wird rassismuskritische Jugendarbeit / Mädchen*arbeit as Qualitätsstandard anerkannt? Wenn noch nicht, kann das trägerintern oder sogar regional mit weiteren Trägern und Einrichtungen erarbeitet werden?
- Was machen wir, wenn der Träger nicht dazu bieten möchte/kann? Mit wem können wir zusammenarbeiten und Netzwerke bilden, um Mädchen* mit Rassismuserfahrungen dennoch zu unterstützen?